|
(1) Vision und tatsächlicher Weg laufen auseinander Seit 1945 verfolgten die Europäer die Vision einer europäischen Föderation. Tatsächlich jedoch wurde Europa in eine ganz andere Richtung gesteuert.
Fast unbemerkt ist das
europäische Projekt immer stärker in Global Governance eingebettet worden.
Statt eines
handlungsfähigen und demokratischen Bundes entstand die EU mit 25
Mitgliedsstaaten. (2) Die EU ist in eine Sackgasse geraten Diese EU steht am Rande der Handlungsunfähigkeit. Schlimmer noch, das demokratische Gefüge der EU ist aus den Fugen geraten:
Das Europäische Parlament
ist seiner vornehmsten Aufgabe in einer Demokratie,
Mit dem Europäischen Rat
ist eine vierte Hierarchieebene in das demokratische Gefüge Europas
eingezogen worden. Um diese Ebene sind die Bürgerinnen und Bürger noch
weiter von den Entscheidungen entfernt worden. (3) Der Abbau der Demokratie in Europa ist weit fortgeschritten Die demokratienäheren Nationalstaaten treten immer mehr Regelungsmaterie an die demokratieferne EU ab. Sie wird dort in EU-Recht gegossen und den Nationalstaaten wieder vorgegeben.
60 – 80 % des nationalen Rechts
Stand 2006
„In Brüssel wird ein großer Teil der deutschen Innenpolitik entschieden:
In vielen Politikfeldern gibt die EU mittlerweile mindestens 60 bis 80
Prozent des deutschen Rechts vor“.
In Deutschland gibt es aber
nur ein Recht. Der Nettoverlust an Einfluss für die Bürgerinnen und Bürgern hat damit ein dramatisches Niveau erreicht. Morgen soll die bereits überdehnte EU_25 noch weiter übersteuert werden – die Entgrenzung steht auf der Tagesordnung (EU_40). Dann würde der verbliebene Spielraum an demokratischem Einfluss noch weiter absinken.
Die unterhöhlte
Souveränität des Volkes macht die EU besonders anfällig für Einflüsse aus
dem nicht demokratischen globalen Überbau. (4) Die
weltpolitischen Position Europas ist unterminiert (5) Zu diesem Projekt haben die Europäer „Non“ gesagt Die europäische Öffentlichkeit hat diesen Prozess lange nicht wahrgenommen. Schließlich aber erkannten die Bürger wegen des auffälligen Erweiterungstempos, dass dies nicht ihr Europaprojekt ist. Sie sagten: „Nein“. Franzosen und Holländer haben damit ein Fenster für neue, demokratische Entwicklungen geöffnet. Ihnen ist zu verdanken, dass es nun überhaupt eine Grundsatzdiskussion darüber gibt, wohin sich Europa entwickeln soll.
Diese Chance muss genutzt
werden. (6) Europa braucht ein neues Projekt - die Vison ist noch lebendig Auf europäischer Ebene muss
ein europäisches Auffangbecken für die nationale Machtabgabe
Zwar ist die Grundidee des
europäischen Zusammenschlusses durch die jahrzehntelange Fehlentwicklung
gründlich diskreditiert worden – auch das Konzept einer Föderation. Es gibt
dazu aber keine Alternative. (7) Eine demokratische Formierung ist innerhalb der EU aber nicht möglich
Sicher ist, dass eine
demokratische Neuformierung von Europa innerhalb der Strukturen der
Deutschland übernimmt die europäische Ratpräsidentschaft am 1. Januar 2007. Es wäre zu wenig, würde es dabei lediglich den Diskussionsstand zusammentragen und die möglichen Entwicklungen daraus ableiten. Deutschland darf in diesem Prozess nicht bloßer Moderator, es muss Promoter sein. Die Großen Koalition muss zweigleisig fahren.
In die Ratspräsidentschaft
muss sie mit einer klaren Interessenposition hineingehen. Hier führt sie
eine KernVerfassung bereits in der Tasche mit. (8) Die Neuformierung ist deshalb außerhalb der EU anzustoßen Die eigentliche Aufgabe liegt außerhalb der formalen EU-Strukturen.
Die Große Koalition muss
parallel zur EU-Präsidentschaft eine Initiatorengruppe mit Vertretern
An diesem Punkt schauen
alle auf den deutsch-französischen Motor. Unübersehbar ist aber,
Hier sind die Kanzlerin und
der Außenminister besonders gefordert. Sie müssen den
Falsch wäre aber ohnehin,
sich nur auf Deutschland und Frankreich zu beschränken.
Auf keinen Fall dürfen
destruktiven Kräfte in das Arbeitsteam eingebunden werden, die in (9) Sechs Artikel als neue KernVerfassung für Europa Auf europäischer Ebene muss
deshalb eine neue handlungsfähige und demokratische staatliche Struktur
etabliert werden. Deren Eckpunkte lassen sich in
Kern-Artikel 1: Die Volkssouveränität muss der Mittelpunkt der Verfassung
und der
Kern-Artikel 2: Die
Rückgewinnung der Volkssouveränität ist mit dem Übergang vom
Kern-Artikel 3: Das Parlament ist als Erste Kammer zu etablieren. Es hat
die
Kern-Artikel 4: Eine doppelte Gewaltenteilung erfordert die Weiterführung
des (10) Kern-Artikel 6: Wer tritt bei?
Ist die KernVerfassung
fertig gestellt, ist das Beitrittsverfahren zur neuen Föderation
übersichtlich:
Alle entscheiden selbst, ob
sie diesen Schritt tun oder nicht. (11) Die bisherige EU braucht ein neues Kleid Die existierende Europäische Union wird weitergeführt.
Alle Mitgliedsstaaten der
heutigen EU_25, die die KernVerfassung nicht unterzeichnen, bleiben Mitglied
Die heutige Europäische
Union braucht dann ein neues Steuerungskonzept, European Governance.
Es bedarf einer
handlungsfähigen und demokratischen Staatsstruktur, um Europa eine
Es
ist gerade einmal 200 Jahre her, dass die Bürgerinnen und Bürger Frankreichs
ihr Leben
Wir
dürfen nicht zulassen, dass diese jetzt wieder beseitigt werden – ganz still
und ganz leise. Stand: Nov. 2006 |