Wohin treibt
die Finanzkrise? von
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Dieser globale „Megatrend“ lässt sich historisch wie folgt zurückführen:
(1) Im 19.
Jahrhundert war das „Global Financial Capital“ (GFC bei MacroAnalyst)
von vorwiegend „europäischer“ Prägung. Die damalige elitäre „Hochfinanz“ war
insbesondere in den komplizierten
monarchistischen Staatsstrukturen Europas involviert. Das Hauptgeschäft war schon damals die
Finanzierung von Staaten. Notwendig war hierfür u.a. die damalige Monarchen zur
Schuldenaufnahme durch Korruption zu „überzeugen“ bzw. durch
politischen/militärischen Druck zu zwingen. Die Schuldenlast wurde im
späteren Verlauf auf die damals weitgehend
rechtslose Bevölkerung auferlegt (entweder durch Erhöhung der Steuern oder durch
Inflation). Dieses Entwicklungsmuster lässt sich in allen europäischen Staaten nachvollziehen. (3) Für das 21. Jahrhundert ist mit einer erneuten Verlagerung zu rechnen. Die Konzentration der Vermögensmassen in den USA ist weitgehend abgeschlossen. Die Staats- und Privatverschuldung ist ohne Eingriffe „historischen Ausmaßes“ nicht lösbar. Inflation und Währungskrise bzw. Währungsreform oder aber eine mehrjährige Depression sind die Alternativen. In diesem Zusammenhang wird die Verlagerung des Machtzentrums nach Asien erfolgen. Der Westen wird seine Vormachtstellung langfristig zumindest ökonomisch verlieren (ein „Problem“ stellt noch die gegenwärtige überwältigende Militärpräsenz der USA dar).
Die Ambitionen der
Hochfinanz waren jedoch schon lange Zeit „global“. Das Ziel war und ist,
eine globale Machtbasis zu schaffen (Global Governance). Die Hochfinanz /
GFC wird auf diese Weise „sichtbar“ und institutionalisiert werden. Dieses,
bereits existierende und in Zukunft mit Sicherheit viel deutlicher
institutionalisierte, „Imperium“ (entspricht dem „starken
Finanzkapital“ bei MacroAnalyst) herrscht über die Monarchien (die
Nationalstaaten zusammen mit dem Diese „second-tier“ (zweitrangige) Elite darf dann im Gegenzug die eigene Bevölkerung beherrschen. Erhebt sich eine Bevölkerung gegen die eigene Elite, dann wird diese durch das Imperium ersetzt. Die alte Elite flieht - und die Bevölkerung wird nach einiger Zeit erleben, dass der erhoffte „Change“ ausbleiben wird. Resignation und politische Apathie ist die Folge. Diese Abläufe sind in den westlichen Staaten bereits ersichtlich – in afrikanischen oder asiatischen Staaten jedoch noch um einiges deutlicher – und bereits schon selbstverständlich. Mit dem „dritten Megatrend“ (die Verlagerung des Machtzentrums nach China/Asien) wird diese Entwicklung für den Westen ebenfalls zur Gewohnheit werden. Die Interessen der breiten Bevölkerung werden nicht entsprochen werden; die Wahlen zur „Show“ und Parlamente ohne Wirkung. Eine ökonomisch unterdrückte Mehrheit wird einer übermächtigen Elite dienen – und diese Macht wird aus dem Finanzkapital des Imperiums hergeleitet. Ein zentrales Instrument der Hochfinanz wird die Zentralbank sein. Mit der global immer weiter ansteigenden Verschuldung werden die nationalen (oder regional übergreifenden) Zentralbanken immer mehr an Macht und Einfluss gewinnen. Dies steht ganz im Einklang mit dem vor mehr als einem Jahrhundert begonnen Prozess – denn schon damals war es die Hochfinanz, die für die Etablierung der Zentralbank kämpfte (siehe Gründungsprozess der amerikanischen FED oder beispielsweise aber auch der –weit weniger bekannten- Bank of Japan - BoJ). Denn erst mit der Gründung der Zentralbank ist die tragisch-tödliche Umarmung von Politik/Regierung und Hochfinanz möglich geworden. Mit der Zentralbank verfügt das Imperium über das Instrument, mit dem (jede) Regierung hörig gemacht werden kann. Der immer weiter ansteigende Einsatz von Papiergeld / Digitalgeld und das langsam Verschwinden des eigentlichen Geldes bzw. Goldes in die Tresore der Elite der Hochfinanz wird ein weiteres, immer deutlicher werdendes Phänomen der Zukunft sein. Mit dem Anwachsen der (Papier-)Geldmenge werden auch die Ausmaße der „Schocks“ immer extremer. Die eigentliche Tragödie für den Westen spielt sich derzeit jedoch nicht in Europa, sondern in den USA ab. Gleichzeitig mit den Vorkommnissen auf dem europäischen (Staats-) Anleihemarkt geht nämlich die (bei der europäischen Öffentlichkeit in den Hintergrund geratene) Reform der Finanzmärkte einher. Diese Gleichzeitigkeit ist keineswegs „ZUFALL“, denn es waren gerade die europäischen Staatschefs, die sich für stärkere Kontrollen der Finanzindustrie aussprachen. Ein sehr wichtiges (ebenfalls in der Öffentlichkeit weitgehend ausgeblendetes) Thema ist hier die Behandlung der Derivateprodukte und des Derivatemarktes. Ohne an dieser Stelle auf die Einzelheiten und Techniken der Derivate eingehen zu können, ist es wichtig zu verstehen, dass es sich hierbei um das effizienteste Mittel handelt, mit dem sich das Finanzkapital über das Realkapital hinwegsetzt. Mit Derivaten ist bereits eine künstliche Finanzwelt geschaffen, die um ein Vielfaches das gesamte „Welt- Realkapitals“ übersteigt. Vom Prinzip ähnlich wie in der herkömmlichen Kreditwirtschaft, in der Kreditgeld vergeben wird, das in der Realwirtschaft eigentlich gar nicht existiert (Multiplikatoreffekt), sind Derivate ebenfalls zunächst kein „reales“ Geld. Folglicherweise können Derivate – ähnlich wie notleidende Kredite- aber durchaus „real“ werden, wenn auch hierfür ein „Bail-Out“ Schema geschaffen wird. Durch die Institutionalisierung der Derivate über die Clearinghäuser und die damit einhergehende Konzentrierung an Risiko wird Druck auf die staatlichen Institutionen geschaffen, im Falle eines „externen“ Schocks, den Zusammenbruch eines solchen Clearinghauses zu verhindern. Identisch wie bei dem Bail-Out eines Kreditinstituts werden zwangsläufig die Schulden aus dem privaten Sektor in den öffentlichen Sektor verschoben und durch Steuern und/oder Inflation bezahlt. Die Ausmaße eines solchen Bail-out wird aber die bisher bekannten Dimensionen noch um ein Vielfaches mehr übersteigen. Das Auffangen eines solchen Schocks würde somit zum endgültigen Zusammenbruch der westlichen Staaten führen. Es ist durchaus vorstellbar, dass gerade damit die Verlagerung nach Asien (Megatrend III) vollzogen wird. Es ist somit durchaus wahrscheinlich, dass es sich bei dem „Angriff auf die Euro-Zone“ um einen Schein-Angriff handelt, der gleichzeitig jedoch durchaus ernst gemeint ist. Tatsächlich sind die meisten europäischen Staaten extern verschuldet und somit bereits abhängig von ausländischen Investoren. Eine Blockade der Hochfinanz führt somit zwangsläufig zu einem (Re)-Finanzierungsproblem (interessanterweise ist das allgemeine Interesse an der Ursache der Verschuldung jedoch regelmäßig gering). Die Folgen des Angriffs sind zum einen die Stärkung der ECB und der (undemokratischen) europäischen Institutionen sowie einen Abfluss an Reserven, d.h. Gold (europäische Banken führten im Zusammenhang mit der Krise etwa 350 Tonnen an Gold an die International Bank of Settlement (IBS) ab)- dies ist in etwa so viel, wie die deutsche Bundesbank insgesamt an Goldbeständen verfügt. Dieser Angriff kann jedoch der Vorbereitung eines viel größeren Angriffs, nämlich (mittelfristig) ein Angriff auf den US$ oder das GBP (Pfund) und (langfristig) auf den japanischen Yen dienen. Mit ähnlichen Argumenten wie im Falle Griechenland, können auch hier entsprechend Instruktionen ausgegeben werden (Erhöhung von Steuern oder Inflationierung der Wirtschaft). Wieder wird die Vermögens- und damit zugleich Machtkonzentration zunehmen. Es handelt sich bei allen drei Währungen um die Währungen der westlichen, freien Welt (Japan als urspr. G7-Mitglied wird hier den "westlichen", etablierten Industriemächten zugerechnet, das ist also keine geografische oder etwa kulturelle Zuordnung). Eine Finanzierungsblockade dieser Staaten (im Falle Japans ist die externe Verschuldung noch sehr gering) hätte weitreichende gesellschaftliche und politische Konsequenzen. Freiheitliche, demokratische Institutionen würden weiter abgebaut und die Entmachtung / Entmündigung der Bevölkerung schreitet weiter voran. Die Verlagerung des Machtzentrums nach China erfolgt in kleinen, vorsichtigen Schritten. Es ist augenscheinlich, dass sich beide Seiten (das Imperium „Hochfinanz“ und die „Monarchie“ „Kommunistische Partei China (KPC)“) immer noch recht vorsichtig gegenüberstehen. Es sieht derzeit so aus, dass die KPC die ihr zugewiesene Rolle als „Monarchie“ annimmt und im Wesentlichen auch die Instruktionen zur Zufriedenheit der Hochfinanz ausführt. Das riesige Arbeitsheer an vergleichsweise billigen Arbeitskräften sowie die gebündelte institutionelle Machtkonzentration macht es für die Hochfinanz äußerst attraktiv, China als „Spielkarte“ in das „Weltspiel“ mit zu integrieren. „Lästige“ demokratische Werte und Institutionen können somit im globalen Konkurrenzkampf ausgehebelt werden. Gleichzeitig dient das übermächtige US-Militär dazu, die Macht der chinesischen Monarchen in Schach zu halten. Eine gegenseitige, globale Balance der Abschreckung und Angst macht es der Hochfinanz möglich, ihre eigenen Ziele durchzusetzen. Europa kommt hier lediglich eine nachgeordnete Rolle zu. Dies wäre ein weiterer Grund „dem Angriff auf die Euro-Zone“ geopolitisch nicht eine allzu große Bedeutung beizumessen. Europa bietet aber mit seiner weitgehend „un-demokratischen“ Struktur (gemeint sind hier nicht die europäischen Kleinstaaten, sondern die übergeordneten EU-Institutionen) gleichzeitig das Potenzial, bei einer unkontrollierten Entwicklung in der chinesisch-amerikanischen Beziehung, entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der sich abzuzeichnenden Rivalität auszuüben. Eine Schwächung oder gar Vernichtung der europäischen Superinstitutionen kann daher gar nicht im Interesse der Hochfinanz sein. Insofern wird - trotz der gegenwärtig anscheinenden „europäischen Schwäche“ die EU in der Zukunft tatsächlich noch weiter gestärkt werden" Was ist mit den Bürgerinteressen Europas? Wie schon so lange in der Geschichte, spielen diese nur eine untergeordnete Rolle. Folgt man der Analyse, kann man von weiteren, strukturellen Schwächungen ausgehen. Dies geschieht zunächst ökonomisch, im weiteren Verlauf dann auch politisch. Im Zentrum des Geschehens stehen die weitere Entwicklung der Finanzindustrie und die potenzielle Zerstörung der Staatsfinanzen. Die Teilung der Gesellschaft in eine übermächtige Elite und einer mittel- und rechtlosen Masse wird dann eine weitere Folge dessen sein.
Dokuritsu, Tokyo
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